Tag der Deutschen Einheit einfach erklärt – für Kinder und Schule

Am 3. Oktober feiert Deutschland, dass es seit 1990 wieder ein gemeinsames Land ist – nach gut 40 Jahren Teilung. Diese Seite erklärt Teilung, Mauer und Wiedervereinigung für Kinder etwa der Klassen 3 bis 7 und spricht sie in den Erklär-Abschnitten direkt mit „du“ an. Im letzten Abschnitt finden Sie als Eltern oder Lehrkraft Ideen für Unterricht und Zuhause sowie geprüfte, kindgerechte Angebote.

Was feiern wir am 3. Oktober?

Stell dir vor, mitten durch deine Stadt würde eine hohe Mauer gebaut. Deine Großeltern wohnen auf der einen Seite, du auf der anderen – und besuchen dürft ihr euch kaum noch. So ging es vielen Familien in Deutschland. Denn unser Land war in zwei Staaten geteilt: die Bundesrepublik Deutschland im Westen und die DDR im Osten.

Am 3. Oktober 1990 schloss sich die DDR der Bundesrepublik an – Deutschland war wieder ein Land. Seitdem ist der 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit, unser Nationalfeiertag. 2026 fällt er auf einen Samstag, und die Deutsche Einheit hat ihren 36. Geburtstag. Das große Bürgerfest findet diesmal vom 2. bis 4. Oktober in Bremen statt.

Die Menschen in der DDR haben sich ihre Freiheit ohne Gewalt erkämpft.

Warum war Deutschland geteilt?

Die Geschichte beginnt mit dem Zweiten Weltkrieg, den Deutschland unter dem Diktator Adolf Hitler begonnen hatte. Im Mai 1945 war der Krieg in Europa zu Ende. Deutschland hatte ihn verloren.

Nun bestimmten vier Siegermächte: die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion. Sie teilten Deutschland in vier Besatzungszonen – wie einen Garten mit vier Beeten und vier verschiedenen Gärtnern. Berlin lag mitten in der sowjetischen Zone und wurde extra in vier Sektoren geteilt.

Bald stritten die Siegermächte. In den drei Westzonen entstand eine Demokratie mit freien Wahlen. Die Sowjetunion wollte in ihrer Zone einen Staat nach ihrem Vorbild, in dem eine einzige Partei die Macht hatte. Diesen Streit zwischen Ost und West nennt man Kalten Krieg. So entstanden 1949 zwei deutsche Staaten:

Die zwei deutschen Staaten von 1949 bis 1990
MerkmalBundesrepublik DeutschlandDDR
Entstanden ausden drei Westzonender sowjetischen Zone
Gegründet am23. Mai 19497. Oktober 1949
HauptstadtBonnOst-Berlin
Wer bestimmte?gewählte Regierung, freie Wahlendie Partei SED, keine freien Wahlen

West-Berlin gehörte zum Westen, lag aber mitten in der DDR – wie eine Insel im Meer. Übrigens: Obwohl „demokratisch“ im Namen der DDR stand, war sie keine Demokratie, sondern eine Diktatur.

Wie war das Leben mit der Mauer?

Viele Menschen waren mit dem Leben in der DDR unzufrieden und gingen in den Westen. Bis 1961 hatte die DDR etwa ein Sechstel ihrer Einwohner verloren – als würde von sechs Kindern an deinem Gruppentisch eines wegziehen.

Der 13. August 1961: Berlin wird geteilt

Um das zu stoppen, ließ die DDR-Regierung in der Nacht zum 13. August 1961, einem Sonntag, West-Berlin abriegeln: erst mit Stacheldraht, wenige Tage später mit einer Mauer. Sie wurde rund 155 Kilometer lang, umschloss West-Berlin ganz und stand 28 Jahre. Dahinter lag ein bewachter Grenzstreifen mit Wachtürmen.

Getrennte Familien

Viele Menschen konnten Verwandte und Freunde auf der anderen Seite nicht mehr besuchen, manche jahrelang nicht. Wer in der DDR lebte, durfte in der Regel nicht in den Westen reisen. Besuche aus dem Westen waren später möglich, wurden aber streng kontrolliert. Am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin waren die Menschen beim Abschied so traurig, dass die Grenzhalle „Tränenpalast“ genannt wurde.

Die Stasi – eine geheime Polizei

Die DDR-Regierung hatte eine Geheimpolizei, die Stasi. Sie wollte herausfinden, wer gegen die Regierung war: Sie hörte Telefonate ab, öffnete Briefe und brachte manche Menschen dazu, Nachbarn oder sogar Freunde auszuspionieren. Wer offen Kritik übte, konnte ins Gefängnis kommen. Viele trauten sich deshalb nicht, ihre Meinung zu sagen.

Trotzdem war nicht jeder Tag traurig: Kinder gingen zur Schule, spielten und fuhren in den Urlaub – nur eben nicht überallhin. Mehr zum Alltag findest du unter Geschichte der DDR.

Ein trauriges Kapitel

Manche Menschen versuchten, über die Mauer zu fliehen. Das war lebensgefährlich, denn Grenzsoldaten schossen auf Flüchtende. Mindestens 140 Menschen haben an der Berliner Mauer ihr Leben verloren. Gedenkorte wie an der Bernauer Straße in Berlin erinnern an sie.

Wie ist die Mauer gefallen?

1989 wollten viele Menschen in der DDR nicht länger schweigen. Sie wünschten sich Reisefreiheit, Meinungsfreiheit und freie Wahlen. Auch in Nachbarländern wie Polen und Ungarn änderte sich viel, und Tausende verließen die DDR über Ungarn.

„Wir sind das Volk!“

In Leipzig trafen sich Menschen montags zum Friedensgebet in der Nikolaikirche und gingen danach auf die Straße. Ab dem 4. September 1989 wurden daraus regelmäßige Montagsdemonstrationen, bald auch in anderen Städten. Am 9. Oktober 1989 zogen rund 70.000 Menschen um die Leipziger Innenstadt – so viele, wie in ein großes Fußballstadion passen. Sie riefen „Wir sind das Volk!“ und „Keine Gewalt!“. Das hieß: Die Menschen im Land sollen bestimmen, nicht allein die Regierung. Polizei und bewaffnete Kräfte standen bereit, griffen aber nicht ein. Deshalb spricht man von der Friedlichen Revolution.

Der 9. November 1989: Die Mauer ist offen

Am Abend des 9. November 1989 las Günter Schabowski aus der DDR-Führung auf einer Pressekonferenz eine neue Reiseregel vor. Auf die Frage, ab wann sie gelte, sagte er: „Sofort, unverzüglich.“ Tausende Ost-Berlinerinnen und Ost-Berliner eilten zu den Grenzübergängen. An der Bornholmer Straße ließen die Grenzer sie als Erstes durch, bis Mitternacht waren alle Übergänge in Berlin offen. Menschen aus Ost und West lagen sich in den Armen. Später schlugen „Mauerspechte“ Stücke aus der Mauer. Mehr dazu: Mauerfall 1989.

Wie wurde Deutschland wieder eins?

Bald riefen viele Menschen: „Wir sind ein Volk!“ Am 18. März 1990 durften sie in der DDR zum ersten Mal frei wählen. Am 1. Juli bekam die DDR die D-Mark, das Geld der Bundesrepublik. Am 23. August beschloss die Volkskammer, das Parlament der DDR, den Beitritt zur Bundesrepublik.

Die Einzelheiten regelt der viele Hundert Seiten dicke Einigungsvertrag vom 31. August 1990. Darin steht zum Beispiel, dass Berlin Hauptstadt ist und der 3. Oktober ein Feiertag. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 stimmten auch die vier Siegermächte zu.

Um Mitternacht zum 3. Oktober 1990 wurde vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die schwarz-rot-goldene Flagge gehisst. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden Bundesländer der Bundesrepublik, und Berlin war wieder eine Stadt. Seitdem hat Deutschland 16 Bundesländer. Mehr dazu: Deutsche Wiedervereinigung.

Zeitleiste für Kinder

Mai 1945
Kriegsende – Danach teilen die Siegermächte Deutschland in vier Besatzungszonen.
1949
Zwei Staaten – Am 23. Mai entsteht die Bundesrepublik, am 7. Oktober die DDR.
13. August 1961
Mauerbau – Die DDR riegelt West-Berlin ab.
9. Oktober 1989
Demonstration in Leipzig – Rund 70.000 Menschen rufen friedlich: „Wir sind das Volk!“
9. November 1989
Mauerfall – Die Grenze in Berlin öffnet sich.
18. März 1990
Freie Wahl – Die DDR wählt zum ersten Mal frei.
31. August 1990
Einigungsvertrag – Beide Staaten unterschreiben, wie die Einheit abläuft.
3. Oktober 1990
Deutsche Einheit – Deutschland ist wieder ein Land.

Kleines Lexikon und Wissensfragen

Schlag wichtige Wörter nach und teste dann dein Wissen: Ein Klick auf die Frage zeigt die Lösung.

Kleines Lexikon

DDR

„Deutsche Demokratische Republik“: der Staat im Osten Deutschlands von 1949 bis 1990, regiert von der Partei SED.

BRD

„Bundesrepublik Deutschland“: bis 1990 der Staat im Westen, seitdem der Name für ganz Deutschland.

Mauer

Die Berliner Mauer trennte von 1961 bis 1989 West-Berlin von der DDR.

Grenze

Linie, an der ein Staat endet und ein anderer beginnt. Die Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik war streng bewacht.

Stasi

Kurz für „Staatssicherheit“: die Geheimpolizei der DDR, die Menschen heimlich überwachte.

Demonstration

Viele Menschen gehen gemeinsam auf die Straße, um für etwas einzutreten. In der DDR war das gefährlich.

Wiedervereinigung

Getrenntes kommt wieder zusammen – wie DDR und Bundesrepublik am 3. Oktober 1990.

Einigungsvertrag

Vertrag vom 31. August 1990, der regelt, wie die Einheit abläuft.

Bundesländer

Die 16 Teile Deutschlands, etwa Bayern oder Sachsen. Sie kümmern sich zum Beispiel um Schulen.

Nationalfeiertag

Der Festtag eines ganzen Landes – in Deutschland der 3. Oktober.

Wissensfragen zum Aufklappen

Was feiern wir am 3. Oktober?

Dass Deutschland seit 1990 wieder ein gemeinsames Land ist.

Welche vier Siegermächte teilten Deutschland 1945 auf?

USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion.

Welche zwei Staaten entstanden 1949?

Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR.

Wann begann der Bau der Berliner Mauer?

Am 13. August 1961.

Warum ließ die DDR-Regierung die Mauer bauen?

Damit nicht noch mehr Menschen in den Westen gingen.

Was riefen die Menschen 1989 in Leipzig?

„Wir sind das Volk!“ und „Keine Gewalt!“

An welchem Tag fiel die Mauer?

Am 9. November 1989.

Wie lange stand die Berliner Mauer?

28 Jahre, von 1961 bis 1989.

Wie viele Bundesländer hat Deutschland seit 1990?

16 – fünf davon kamen 1990 dazu.

Für Eltern und Lehrkräfte

Persönliche Erinnerungen, Karten und historische Orte machen die Deutsche Einheit greifbar – im Unterricht wie in der Familie.

Ideen für Unterricht und Zuhause

Zeitzeugen-Interview

Viele Großeltern, Nachbarn oder Bekannte haben Teilung und Mauerfall selbst erlebt – im Osten wie im Westen. Lassen Sie Kinder ein kurzes Interview vorbereiten, zum Beispiel mit diesen Fragen:

  • Wo hast du gewohnt, als Deutschland geteilt war?
  • Hattest du Verwandte auf der anderen Seite? Konntet ihr euch besuchen?
  • Wie war deine Schulzeit, wohin bist du in den Urlaub gefahren?
  • Wie hast du vom Mauerfall erfahren, und was hast du gefühlt?
  • Was hat sich nach dem 3. Oktober 1990 für dich verändert?
  • Hast du ein Foto oder einen Gegenstand aus dieser Zeit?

Vergleichen Sie die Antworten gemeinsam: Erinnerungen unterscheiden sich je nach Ort und Familie. Fehlen Gesprächspartner, vermittelt das Zeitzeugenbüro der Bundesstiftung Aufarbeitung Zeitzeuginnen und Zeitzeugen an Schulen.

Karte der Bundesländer

Auf einer Deutschlandkarte malen die Kinder die fünf 1990 hinzugekommenen Länder farbig an, markieren Berlin und ihren Wohnort und überlegen: Auf welcher Seite der Grenze hätten wir gewohnt? Zum Einstieg eignen sich die Arbeitsblätter für die Grundschule der Bundeszentrale für politische Bildung – zehn Blätter, etwa zur „Teilung des Klassenraums“, jeweils mit Hinweisen für Lehrkräfte.

Gedenkorte besuchen

Hinweis zu sensiblen Themen

Flucht, Todesopfer und Überwachung können Kinder verunsichern. Bereiten Sie Besuche gemeinsam vor und beantworten Sie Fragen ehrlich, aber ohne belastende Einzelheiten. Öffnungszeiten und Buchungsbedingungen bitte vorab prüfen (Stand: 19. September 2026).

Empfehlenswerte Angebote für Kinder und Lehrkräfte

Weitere Hintergründe zum Feiertag finden Sie auf unserer Startseite.

Quellen und weiterführende Links

Alle Angaben auf dieser Seite haben wir anhand der folgenden Quellen geprüft (Stand: 19. September 2026). Maßgeblich sind im Zweifel die Angaben der jeweiligen Herausgeber.

Häufig gestellte Fragen: Für Kinder erklärt

Die wichtigsten Antworten im Überblick

Ein guter Einstieg ist ein Bild aus dem Alltag: Eine Stadt wird durch eine Mauer geteilt, und Familien können sich kaum noch besuchen. Danach lassen sich die wichtigsten Stationen erzählen – Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg, Mauerbau 1961, friedliche Demonstrationen und Mauerfall 1989, Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Zeitleiste, kleines Lexikon und Wissensfragen helfen, das Gelernte zu festigen.

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei; seitdem ist Deutschland wieder ein Staat. Der Einigungsvertrag vom 31. August 1990 legt fest, dass der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit gesetzlicher Feiertag ist. Er ist der Nationalfeiertag und gilt in allen Bundesländern.

Am 9. November 1989 fiel zwar die Mauer, wieder vereint war Deutschland aber erst am 3. Oktober 1990 – und dieses Datum bestimmte der Einigungsvertrag zum Feiertag. Außerdem ist der 9. November in der deutschen Geschichte auch mit dunklen Ereignissen verbunden, vor allem mit den Novemberpogromen 1938 gegen Jüdinnen und Juden.

1949 entstanden zwei deutsche Staaten, die Bundesrepublik Deutschland und die DDR. Sie bestanden bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990, also gut 40 Jahre. Die Berliner Mauer stand 28 Jahre lang – vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989.

Mit diesem Ruf zogen im Herbst 1989 Menschen bei den Montagsdemonstrationen durch Leipzig und andere Städte der DDR. Sie machten deutlich, dass das Volk mitbestimmen soll – nicht allein die Regierung der SED. Später riefen viele „Wir sind ein Volk“ und setzten sich damit für die Wiedervereinigung ein.

Mit der Wiedervereinigung wurden Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Bundesländer der Bundesrepublik. Außerdem wurden Ost- und West-Berlin wieder eine Stadt. Seitdem hat Deutschland 16 Bundesländer.

Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Schon für die Grundschule gibt es passende Materialien, etwa die Arbeitsblätter der Bundeszentrale für politische Bildung auf chronik-der-mauer.de oder Grundschulangebote der Stiftung Berliner Mauer. Bei belastenden Themen wie Flucht und Todesopfern an der Grenze sollten Erwachsene Fragen ehrlich beantworten, ohne Kinder mit Einzelheiten zu überfordern.

Gut geeignet sind das Spezial „Die Deutsche Einheit“ auf HanisauLand.de der Bundeszentrale für politische Bildung, die Erklärstücke der ZDF-Kindernachrichten logo! und die Arbeitsblätter für die Grundschule auf chronik-der-mauer.de. Für Schulklassen bieten die Stiftung Berliner Mauer und die Bundesstiftung Aufarbeitung Führungen, Workshops und Zeitzeugengespräche an.