Frühe Geschichte (bis 843)
Die Anfänge
Von den Germanen zu Karl dem Großen
Die Wurzeln der deutschen Geschichte
Die deutsche Geschichte beginnt mit den germanischen Stämmen, die seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. in Mitteleuropa siedelten. Diese Völker - darunter Cherusker, Sueben, Franken und Alemannen - prägten durch ihre Kultur, Sprache und gesellschaftlichen Strukturen die Grundlagen dessen, was später Deutschland werden sollte.
Die Römerzeit
Die Begegnung zwischen Germanen und Römern war ein entscheidender Faktor für die frühe deutsche Geschichte. Während die Römer unter Augustus versuchten, Germanien bis zur Elbe zu erobern, scheiterten sie spektakulär in der Schlacht im Teutoburger Wald (9 n. Chr.) unter der Führung des Cheruskerfürsten Arminius (Hermann).
Wichtige Ereignisse der frühen deutschen Geschichte
Die Völkerwanderung
Die Völkerwanderung (375-568 n. Chr.) brachte große Bewegungen germanischer Stämme mit sich. Westgoten, Ostgoten, Vandalen und andere Völker zogen durch Europa und gründeten neue Reiche. Diese Zeit der Umbrüche führte zum Untergang des Weströmischen Reiches und zur Entstehung neuer germanisch-romanischer Kulturen.
Das Frankenreich
Aus der Völkerwanderung ging das Frankenreich als dominante Macht hervor. Unter Chlodwig I. (482-511) bekehrten sich die Franken zum Christentum und begründeten eine Dynastie, die Europa jahrhundertelang prägen sollte. Der Höhepunkt wurde unter Karl dem Großen (768-814) erreicht.
Der Vertrag von Verdun
Der Vertrag von Verdun (843) teilte das Frankenreich unter den Enkeln Karls des Großen auf. Das Ostfrankenreich, das später das Heilige Römische Reich werden sollte, gilt als Keimzelle Deutschlands. Ludwig der Deutsche erhielt die Gebiete östlich des Rheins - die Geburtsstunde des deutschen Reiches.
Mittelalter (843-1517)
Das Heilige Römische Reich
1000 Jahre deutsche Geschichte
Von Otto dem Großen bis zu den Habsburgern
Das Mittelalter war die prägende Epoche der deutschen Geschichte. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation entwickelte sich zu einer der mächtigsten politischen Einheiten Europas und hinterließ ein Erbe, das Deutschland bis heute prägt.
Die Ottonen
Mit Otto I. dem Großen (936-973) begann die große Zeit des deutschen Reiches. Seine Kaiserkrönung 962 in Rom markierte die Erneuerung des Kaisertums und begründete eine Tradition, die fast 850 Jahre bestehen sollte. Das Reich verstand sich als Nachfolger des antiken Römischen Reiches.
Das ottonische Reichskirchensystem
Die Ottonen entwickelten das Reichskirchensystem, bei dem Bischöfe und Äbte wichtige Verwaltungsaufgaben übernahmen. Dies stärkte sowohl die königliche Macht als auch die Rolle der Kirche in der deutschen Gesellschaft. Klöster wie Fulda, Reichenau und Sankt Gallen wurden zu Zentren der Bildung und Kultur.
Salier (1024-1125)
Heinrich IV. und der Investiturstreit mit Papst Gregor VII. Der Gang nach Canossa (1077) wurde zum Symbol für den Machtkampf zwischen Kaiser und Papst.
Staufer (1138-1254)
Friedrich Barbarossa und Friedrich II. führten das Reich zu kultureller und politischer Blüte. Die Kreuzzüge und die Sizilienpolitik prägten diese Zeit.
Interregnum (1254-1273)
Die "kaiserlose Zeit" schwächte die Zentralgewalt. Territoriale Gewalten und Städte gewannen an Bedeutung.
Die Städtezeit
Ab dem 11. Jahrhundert erlebte Deutschland eine Städtegründungswelle. Städte wie Köln, Hamburg, Lübeck und Augsburg entwickelten sich zu wirtschaftlichen Zentren. Die Hanse, ein Bund norddeutscher Kaufmannsstädte, dominierte den Handel in Nord- und Ostsee.
Die Hanse
Die Hanse war mehr als nur ein Handelsbund - sie war ein politisches und kulturelles Netzwerk, das von London bis Nowgorod reichte. Lübeck als "Königin der Hanse" führte diese mächtige Vereinigung, die den Fernhandel revolutionierte und deutschen Bürgern zu großem Wohlstand verhalf.
Die Habsburger
Ab 1273 prägten die Habsburger das Heilige Römische Reich. Rudolf I. begründete eine Dynastie, die - mit kurzen Unterbrechungen - bis 1806 die Kaiserkrone trug. Unter Habsburg entwickelte sich Österreich zur zweiten deutschen Großmacht neben Brandenburg-Preußen.
Maximilian I.
Kaiser Maximilian I. (1493-1519) wurde als "der letzte Ritter" bezeichnet. Er modernisierte das Reich durch Verwaltungsreformen und begründete durch geschickte Heiratspolitik die spätere Weltmacht der Habsburger. Sein Enkel Karl V. beherrschte ein Reich, "in dem die Sonne nie unterging".
Deutsche Ostsiedlung
Im Mittelalter expandierte Deutschland nach Osten. Die Deutsche Ostsiedlung brachte deutsche Siedler, Kultur und Recht in die Gebiete östlich der Elbe. Städte wie Berlin, Dresden und Breslau entstanden oder wurden deutsch geprägt.
Frühe Neuzeit (1517-1789)
Reformation und Konfessionsspaltung
Deutschland im Umbruch
Von Luther bis Friedrich dem Großen
Die frühe Neuzeit brachte Deutschland tiefgreifende Veränderungen. Die Reformation spaltete das Reich, der Dreißigjährige Krieg verwüstete das Land, aber aus der Krise erwuchsen neue Kräfte, die Deutschland modernisierten.
Die Reformation
Martin Luthers Thesenanschlag (1517) in Wittenberg löste eine geistige Revolution aus. Die Reformation spaltete Deutschland in katholische und protestantische Territorien und hatte weitreichende politische, gesellschaftliche und kulturelle Folgen.
Die Zeit der Reformation
Der Dreißigjährige Krieg
Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) war die größte Katastrophe in der deutschen Geschichte vor den Weltkriegen. Was als Religionskonflikt begann, entwickelte sich zu einem europäischen Machtkampf. Deutschland verlor etwa ein Drittel seiner Bevölkerung.
Der Aufstieg Preußens
Aus den Trümmern des Dreißigjährigen Krieges erhob sich eine neue Macht: Brandenburg-Preußen. Die Hohenzollern bauten aus dem kleinen Kurfürstentum eine Großmacht auf, die schließlich Österreich als führende deutsche Macht herausforderte.
Der Große Kurfürst
Friedrich Wilhelm (1640-1688), der Große Kurfürst, legte die Grundlagen der preußischen Macht. Er schuf ein stehendes Heer, baute die Verwaltung aus und förderte die Wirtschaft. Seine Aufnahme der französischen Hugenotten stärkte Preußen demografisch und wirtschaftlich.
Friedrich der Große
Friedrich II. (1740-1786) machte Preußen zur europäischen Großmacht. Seine Eroberung Schlesiens und seine Siege im Siebenjährigen Krieg etablierten den preußisch-österreichischen Dualismus, der Deutschland bis 1866 prägte.
Aufklärung und Bildungsreform
Das 18. Jahrhundert brachte Deutschland die Aufklärung. Denker wie Kant, Lessing und Herder prägten das geistige Leben. Universitäten wie Göttingen und Halle wurden zu Zentren der neuen Wissenschaften. Die deutsche Literatur erlebte mit Goethe und Schiller ihre erste Blütezeit.
Deutsche Kleinstaaterei
Deutschland bestand aus über 300 Einzelstaaten - von großen Kurfürstentümern bis zu winzigen Rittergütern. Diese Zersplitterung hemmte die wirtschaftliche Entwicklung, führte aber auch zu einer reichen kulturellen Vielfalt.
19. Jahrhundert (1789-1871)
Das Jahrhundert der Revolutionen
Von Napoleon zur Reichsgründung
Der Weg zur deutschen Einheit
Das 19. Jahrhundert war das entscheidende Jahrhundert der deutschen Geschichte. In nur 82 Jahren verwandelte sich das zersplitterte Heilige Römische Reich in den modernen deutschen Nationalstaat. Revolutionen, Kriege und politische Umwälzungen prägten diese dramatische Epoche.
Die Napoleonische Zeit
Die Französische Revolution und Napoleon veränderten Deutschland grundlegend. Das Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 beseitigte die alte Ordnung und schuf Raum für neue politische Strukturen.
Weg zur deutschen Einheit
Die Befreiungskriege
Die Befreiungskriege (1813-1815) erweckten das deutsche Nationalbewusstsein. Die Völkerschlacht bei Leipzig wurde zum Symbol des Kampfes für die Freiheit. Erstmals kämpften Deutsche gemeinsam gegen einen äußeren Feind.
Der Deutsche Bund
Der Wiener Kongress (1815) schuf den Deutschen Bund als lockeren Zusammenschluss von 39 deutschen Staaten. Österreich und Preußen rivalisierten um die Führung, während nationale und liberale Bewegungen nach Einheit und Verfassung strebten.
Die Revolution von 1848
Die Deutsche Revolution von 1848 war der erste Versuch, Deutschland zu einen und zu demokratisieren. Die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche arbeitete eine Verfassung aus und bot dem preußischen König die deutsche Kaiserkrone an - vergeblich.
Die Reichsgründung
Otto von Bismarck erreichte, was 1848 gescheitert war: die deutsche Einheit. Als preußischer Ministerpräsident führte er Deutschland durch "Blut und Eisen" zur Einheit. Drei Kriege (1864, 1866, 1870/71) schufen das Deutsche Kaiserreich.
Der preußisch-österreichische Krieg
Der Deutsche Krieg (1866) entschied den Dualismus zwischen Preußen und Österreich zugunsten Preußens. Österreich schied aus der deutschen Politik aus, und Preußen gründete den Norddeutschen Bund als Vorstufe zum Reich.
Der Deutsch-Französische Krieg
Der Deutsch-Französische Krieg (1870/71) vollendete die deutsche Einigung. Die süddeutschen Staaten traten dem Norddeutschen Bund bei. Am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum deutschen Kaiser proklamiert.
Die Industrielle Revolution
Parallel zur politischen Einigung erlebte Deutschland die Industrielle Revolution. Das Ruhrgebiet entwickelte sich zum größten Industrierevier Europas. Eisenbahnen verbanden das Land, neue Erfindungen revolutionierten Produktion und Alltag.
Der Deutsche Zollverein
Der Deutsche Zollverein (1834) einte Deutschland wirtschaftlich vor der politischen Einigung. Unter preußischer Führung entstand ein gemeinsamer Markt, der den Handel förderte und die Basis für die spätere politische Einheit schuf.
Deutsches Reich (1871-1933)
Aufstieg und Fall
Vom Kaiserreich zur Republik
Deutschland als europäische Großmacht
Das Deutsche Kaiserreich machte Deutschland zur führenden Kontinentalmacht Europas. Die Ära war geprägt von industriellem Aufschwung, kultureller Blüte, aber auch von wachsenden internationalen Spannungen, die schließlich in den Ersten Weltkrieg mündeten.
Die wilhelminische Zeit
Unter Kaiser Wilhelm II. (1888-1918) erreichte das Kaiserreich seinen Höhepunkt, aber auch seine Krise. Die aggressive Außenpolitik des Kaisers führte zur Isolierung Deutschlands und trug zur Entstehung der Koalition bei, die Deutschland im Ersten Weltkrieg besiegte.
Die Bismarckschen Reformen
Otto von Bismarck schuf nicht nur das Reich, sondern auch den modernen deutschen Sozialstaat. Seine Sozialgesetze (Krankenversicherung 1883, Unfallversicherung 1884, Rentenversicherung 1889) wurden zum Vorbild für die ganze Welt.
Gründerzeit (1871-1890)
Wirtschaftsaufschwung und Reichsgründungsboom. Deutschland wird zur führenden Industrienation Europas. Bismarck als "Eiserner Kanzler" prägt die Politik.
Wilhelminisches Zeitalter (1890-1918)
Kaiser Wilhelm II. übernimmt das "persönliche Regiment". Weltpolitik und Flottenrüstung führen zu internationalen Spannungen.
Erster Weltkrieg (1914-1918)
Der "Große Krieg" erschüttert Europa. Deutschland kämpft an zwei Fronten und geht schließlich als Verlierer hervor.
Der Erste Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg (1914-1918) beendete das Kaiserreich und veränderte die Welt. Deutschland führte einen verzweifelten Zweifrontenkrieg und erlebte eine totale Niederlage, die das Ende der Monarchie besiegelte.
Die Revolution von 1918
Die Novemberrevolution 1918 stürzte das Kaiserreich. Matrosen in Kiel begannen den Aufstand, der sich über ganz Deutschland ausbreitete. Kaiser Wilhelm II. dankte ab und floh in die Niederlande. Deutschland wurde Republik.
Die Weimarer Republik
Die Weimarer Republik (1919-1933) war Deutschlands erster Versuch einer parlamentarischen Demokratie. Trotz bedeutender kultureller und wissenschaftlicher Leistungen scheiterte sie an inneren und äußeren Belastungen.
Die Verfassung von Weimar
Die Weimarer Verfassung schuf eine moderne parlamentarische Demokratie mit weitgehenden Grundrechten. Gleichzeitig enthielt sie Schwächen - wie das Notverordnungsrecht des Reichspräsidenten -, die ihre Selbstzerstörung ermöglichten.
Krisenzeiten der Weimarer Republik
Die Goldenen Zwanziger
Zwischen 1924 und 1929 erlebte Deutschland die "Goldenen Zwanziger". Berlin wurde zur Kulturmetropole Europas, die Wirtschaft erholte sich, und Deutschland wurde wieder in die Völkergemeinschaft aufgenommen.
Das Ende der Republik
Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 zerstörte die Grundlagen der Weimarer Republik. Massenarbeitslosigkeit, politische Radikalisierung und die Unfähigkeit der demokratischen Parteien zur Zusammenarbeit ebneten Hitler den Weg zur Macht.
Nationalsozialismus (1933-1945)
Die dunkelste Zeit
Diktatur, Krieg und Holocaust
Deutschland unter der NS-Herrschaft
Die NS-Zeit (1933-1945) war die dunkelste Periode der deutschen Geschichte. Die nationalsozialistische Diktatur führte Deutschland in den Zweiten Weltkrieg und verübte beispiellose Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Die Machtergreifung
Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler. Innerhalb weniger Monate verwandelten die Nationalsozialisten Deutschland von einer Demokratie in eine totalitäre Diktatur.
Die Gleichschaltung
Die Nationalsozialisten "gleichschalteten" systematisch alle gesellschaftlichen Bereiche. Parteien wurden verboten, Gewerkschaften zerschlagen, Medien zensiert und alle Bereiche des öffentlichen Lebens der NS-Ideologie unterworfen.
Der Weg in die Diktatur
Der Zweite Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg (1939-1945) begann mit Deutschlands Überfall auf Polen. Was als europäischer Konflikt begann, entwickelte sich zum ersten wirklichen Weltkrieg, der über 60 Millionen Menschen das Leben kostete.
Der Holocaust
Der Holocaust war der systematische Völkermord an den europäischen Juden und anderen von den Nationalsozialisten verfolgten Gruppen. Sechs Millionen Juden wurden in Konzentrationslagern und durch Massenerschießungen ermordet.
Der Widerstand
Trotz der totalitären Kontrolle gab es deutschen Widerstand gegen das NS-Regime. Von kommunistischen und sozialdemokratischen Widerstandsgruppen über christlich motivierte Gegner bis hin zum militärischen Widerstand um das Attentat vom 20. Juli 1944 - mutige Deutsche riskierten ihr Leben für eine bessere Zukunft.
Das Ende der NS-Herrschaft
Am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland bedingungslos. Hitler hatte sich am 30. April das Leben genommen, das "Tausendjährige Reich" war nach nur zwölf Jahren zusammengebrochen. Deutschland lag in Trümmern und wurde von den Siegermächten besetzt.
Die Stunde Null
Das Jahr 1945 markierte die "Stunde Null" der deutschen Geschichte. Das Land war physisch zerstört und moralisch diskreditiert. Aus dieser totalen Niederlage musste ein neues Deutschland entstehen.
Nachkriegszeit (1945-1990)
Geteiltes Deutschland
Zwei deutsche Staaten - Ein Volk
45 Jahre der Spaltung
Die Nachkriegszeit teilte Deutschland in zwei Staaten mit unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Systemen. Die Teilung wurde zum Symbol des Kalten Krieges, ihre Überwindung 1990 zum Triumph der Freiheit.
Die Besatzungszeit
Nach der Kapitulation teilten die Siegermächte Deutschland in vier Besatzungszonen auf. USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich übernahmen die Kontrolle und begannen mit der Entnazifizierung und dem Wiederaufbau.
Der Marshallplan
Das amerikanische Hilfsprogramm (1947) leitete den wirtschaftlichen Wiederaufbau Westdeutschlands ein. Milliardenhilfen ermöglichten das "Wirtschaftswunder" und integrierten Westdeutschland in den westlichen Block.
Der Weg zur Teilung
Die Bundesrepublik Deutschland
Am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Das Grundgesetz schuf eine stabile parlamentarische Demokratie, die sich als "Provisorium" verstand, aber zum erfolgreichsten deutschen Staat der Geschichte wurde.
Die Adenauer-Ära
Konrad Adenauer (1949-1963) prägte die ersten vierzehn Jahre der Bundesrepublik. Seine Politik der Westintegration, der europäischen Einigung und der sozialen Marktwirtschaft legte die Grundlagen für Deutschlands Erfolg.
Die Deutsche Demokratische Republik
Die DDR (1949-1990) entstand aus der sowjetischen Besatzungszone als sozialistischer deutscher Staat. Unter der Herrschaft der SED entwickelte sie sich zur stabilsten Diktatur des Ostblocks, die jedoch nie die Loyalität ihrer Bürger gewann.
Der 17. Juni 1953
Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 zeigte den Unwillen der DDR-Bürger, das sozialistische System zu akzeptieren. Sowjetische Panzer schlugen den Aufstand nieder, aber das Regime verlor jede Legitimität.
Der Mauerbau
Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. Die "Republikflucht" sollte gestoppt und die DDR stabilisiert werden. Die Mauer wurde zum Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges.
Die Entspannungspolitik
Willy Brandts Ostpolitik in den 1970er Jahren verbesserte die Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten. Der Grundlagenvertrag 1972 normalisierte das Verhältnis, ohne die Teilung zu zementieren.
Die friedliche Revolution
1989 begann in der DDR die friedliche Revolution ➜. Ausgehend von den Montagsdemonstrationen in Leipzig entwickelte sich eine Massenbewegung, die schließlich zum Fall der Mauer und zum Ende der SED-Herrschaft führte.
Deutsche Ostpolitik
Die Ostpolitik der sozial-liberalen Koalition unter Willy Brandt suchte "Wandel durch Annäherung". Verträge mit der Sowjetunion, Polen und der DDR verbesserten das Verhältnis zum Osten und ebneten den Weg zur späteren Wiedervereinigung ➜.
Moderne Zeit (seit 1990)
Deutschland heute
Ein geeintes Europa in einer globalisierten Welt
Die Bundesrepublik als europäische Führungsmacht
Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober ➜ 1990 begann das neueste Kapitel der deutschen Geschichte. Deutschland entwickelte sich zur größten europäischen Demokratie und zu einer respektierten Führungsmacht in Europa und der Welt.
Die Wiedervereinigung
Die deutsche Wiedervereinigung war ein historisches Wunder, das friedlich und in Übereinstimmung mit allen Nachbarn vollzogen wurde. Die Integration der DDR in die Bundesrepublik brachte Herausforderungen mit sich, die größtenteils erfolgreich bewältigt wurden.
Deutschland im 21. Jahrhundert
Deutschland als europäische Führungsmacht
Das vereinte Deutschland wurde zur wirtschaftlichen und politischen Führungsmacht in Europa. Als bevölkerungsreichstes EU-Land und größte Volkswirtschaft Europas trägt Deutschland besondere Verantwortung für den Zusammenhalt der Europäischen Union.
Die Merkel-Ära
Angela Merkels 16-jährige Kanzlerschaft (2005-2021) prägte Deutschland und Europa entscheidend. Unter ihrer Führung meisterte Deutschland mehrere Krisen: die Finanzkrise, die Eurokrise, die Flüchtlingskrise und die Corona-Pandemie.
Herausforderungen der Gegenwart
Deutschland steht vor großen Herausforderungen: dem demografischen Wandel, der Digitalisierung, der Energiewende und dem Klimawandel. Die Erfahrungen aus der Geschichte zeigen, dass Deutschland solche Transformationen erfolgreich bewältigen kann.
Die Energiewende
Deutschland hat sich zum Vorreiter der Energiewende entwickelt. Der Ausstieg aus Kernkraft und Kohle sowie der Ausbau erneuerbarer Energien sollen Deutschland bis 2045 klimaneutral machen.
Integration und Vielfalt
Deutschland ist ein Einwanderungsland geworden. Menschen aus aller Welt leben und arbeiten hier. Die erfolgreiche Integration ist eine der zentralen Aufgaben der Zukunft.
Digitalisierung
Deutschland investiert massiv in die digitale Transformation. Von der Industrie 4.0 bis zum Glasfaserausbau - die digitale Zukunft wird aktiv gestaltet.
Europäische Integration
Als größter EU-Mitgliedstaat trägt Deutschland besondere Verantwortung für die Zukunft Europas in einer globalisierten Welt.
Internationale Verantwortung
Deutschland engagiert sich für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung. Die deutsche Außenpolitik setzt auf multilaterale Zusammenarbeit.
Deutschland heute
Die Bundesrepublik Deutschland ist heute eine stabile, wohlhabende und respektierte Demokratie. Die deutsche Geschichte zeigt, dass große Transformationen möglich sind, wenn sie von den Menschen getragen werden und auf demokratischen Werten basieren.
Bilanz und Ausblick
2000 Jahre deutsche Geschichte haben ein Land hervorgebracht, das seine Lehren aus der Vergangenheit gezogen hat. Deutschland steht heute für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und internationale Zusammenarbeit. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Werte stark genug sind, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.